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Tierheim-Chefin findet ihren Job spannend
Ob sich die Mühe lohnt und die Katzenmädchen durchkommen, wusste Weber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. „Zwei der Babys wirkten sehr robust, aber das dritte war ein rechter Kümmerling.“ Wenn sie es schaffen, weiß Weber, hat sie etliche Wochen zusätzliche Gesellschaft in ihrer Drei-Zimmer-Wohnung, die sich im Eingangsbereich des Tierheims befindet.
„Auf die Uhr schaut hier keiner“
Seit August wohnt Weber dort, vier weitere der insgesamt 28 Mitarbeiter haben ebenfalls Dienstwohnungen in der Nähe des Tierheims und können bei Notfällen rasch gerufen werden. Angesichts der vielen spontanen Entscheidungen, die zu treffen sind, muss der Chef schlicht vor Ort sein, findet Weber: „Hier ist kein Tag planbar, es geschieht viel Unvorhergesehenes.“
Sie strahlt, wenn sie das sagt. Weber empfindet ihre Aufgabe als „spannend und aufregend“. Dass sich die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben bis zur Unkenntlichkeit verwischen, ficht sie nicht an. „Ich wusste von Anfang an, dass das kein Job ist, den man von acht bis fünf ausübt.“ Seit Mai ist sie Leiterin der Einrichtung, in den ersten beiden Monaten noch in einer Doppelspitze mit Denny Baruch, der sich Ende Juni als Tierheim-Leiter verabschiedete.
Es sei nicht leicht, aber auch nicht besonders schwierig gewesen, in die Fußstapfen der Institution Baruch zu treten, erzählt Weber und lacht schon wieder. „Als Neue in einem gewachsenen Team, das zum Teil seit 20 Jahren zusammenarbeitet, wird man natürlich beäugt. Aber ich bin von Anfang an gut aufgenommen worden“, sagt Weber in ihrer Bilanz nach einem halben Jahr als alleinverantwortliche Tierheim-Chefin. Ihre Mitarbeiter teilten ihren Enthusiasmus – „keiner guckt auf die Uhr, wenn ein Tier versorgt werden muss“.
„Auf die Uhr schaut hier keiner“
Seit August wohnt Weber dort, vier weitere der insgesamt 28 Mitarbeiter haben ebenfalls Dienstwohnungen in der Nähe des Tierheims und können bei Notfällen rasch gerufen werden. Angesichts der vielen spontanen Entscheidungen, die zu treffen sind, muss der Chef schlicht vor Ort sein, findet Weber: „Hier ist kein Tag planbar, es geschieht viel Unvorhergesehenes.“
Sie strahlt, wenn sie das sagt. Weber empfindet ihre Aufgabe als „spannend und aufregend“. Dass sich die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben bis zur Unkenntlichkeit verwischen, ficht sie nicht an. „Ich wusste von Anfang an, dass das kein Job ist, den man von acht bis fünf ausübt.“ Seit Mai ist sie Leiterin der Einrichtung, in den ersten beiden Monaten noch in einer Doppelspitze mit Denny Baruch, der sich Ende Juni als Tierheim-Leiter verabschiedete.
Es sei nicht leicht, aber auch nicht besonders schwierig gewesen, in die Fußstapfen der Institution Baruch zu treten, erzählt Weber und lacht schon wieder. „Als Neue in einem gewachsenen Team, das zum Teil seit 20 Jahren zusammenarbeitet, wird man natürlich beäugt. Aber ich bin von Anfang an gut aufgenommen worden“, sagt Weber in ihrer Bilanz nach einem halben Jahr als alleinverantwortliche Tierheim-Chefin. Ihre Mitarbeiter teilten ihren Enthusiasmus – „keiner guckt auf die Uhr, wenn ein Tier versorgt werden muss“.
Doch die 39-jährige Werbekauffrau, die aus Saarbrücken stammt und seit 2003 in Nürnberg lebt, musste sich nicht nur in der Einrichtung an der Stadenstraße einarbeiten – parallel dazu forderte das Tierschutzgesetz seinen Tribut, das von professionellen Tierbetreuern einen Sachkundenachweis verlangt. Weber bestand die schriftliche wie die mündliche Prüfung, beides war indes mit viel Lernerei verbunden.
Und im September standen Weber und Co. dann vor der Herausforderung, dass gleich 32 Hunde abgegeben wurden – im Schnitt sind es in den anderen Monaten nur zehn. Doch zuletzt pendelte sich die Zahl der Neuzugänge wieder ein, und da das Tierheim auch viele seiner Schützlinge vermittelte, ist die Platzsituation momentan in Ordnung. Derzeit sind Weber und ihre Mitarbeiter für rund 60 Hunde, 108 Katzen und 298 Kleintiere zuständig.
Die Chefin hofft, dass möglichst wenige der im Herbst vermittelten Tiere wieder zurückkommen. „Wir passen genau auf, an wen wir ein Tier abgeben. Aber ganz sicher können wir uns eben nie sein.“ Die Menschen wünschten eine Veränderung in ihrem Leben, deshalb holten sie sich ja einen vierbeinigen oder geflügelten Gefährten. „Aber allzu radikal darf die Veränderung dann auch nicht ausfallen.“ Kürzlich war Weber tief enttäuscht, als die neuen Besitzer einen Retriever nach drei Tagen wieder zurückbrachten. Diese hätten nicht richtig bedacht, dass sie bei jedem Wetter mit dem Hund raus müssen. „Das macht mich fassungslos.“
Neben solchen Ärgernissen des Alltags hat sie bereits etliche Skurrilitäten im Tierheim erlebt – so waren Weber und Co. jeweils kurzfristig für ein Kamerunschaf und einen Emu zuständig. Der Laufvogel kehrte dann zu seinem Besitzer zurück, das Schaf, dessen Herkunft unbekannt blieb, lebt nun in einer kleinen Herde, die einer der Pflegerinnen gehört. Weber blickt in ihrer halbjährigen Zeit als Chefin freilich auch schon auf traurige Momente zurück, etwa den Tod des Dogo Argentinos (Argentinische Dogge) Cobra, den das Team mühsam aufgepäppelt hatte und der dann doch an einem Tumor starb.
Andererseits gab es Lichtblicke: Die eingangs erwähnten Katzenbabys etwa erfreuen sich trotz des schwierigen Starts bester Gesundheit. Zoe landete bei einem älteren Ehepaar, berichtet Weber. „Sie lebt da wie eine Prinzessin.“ Zola und die anfangs arg gefährdete Zippa (der Kümmerling) haben bei einer Tierheim-Mitarbeiterin ein neues Zuhause gefunden.
Allein: Die nächsten Tierkinder, die Asyl in Webers Wohnung suchen, sind wohl nur eine Frage der Zeit. Weber lebt dort mit vier Hunden – dem Galgo Heinrich („Er ist gefühlte 350 Jahre alt“) sowie drei jüngeren Galgo-Mischlingen – und zwei Katern. Die junge Frau, die ledig und kinderlos ist, hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Wenn ihr der Geräuschpegel („Man erkennt die einzelnen Hunde am Bellen“) und der Stress im Tierheim doch einmal zu viel werden, „nehme ich mir meine Hunde und geh’ mit ihnen in den Wald“. Selbst in der Freizeit – Tiere gehören bei Heike Weber einfach dazu.
Autor: Marco Puschner Quelle: NZ
Und im September standen Weber und Co. dann vor der Herausforderung, dass gleich 32 Hunde abgegeben wurden – im Schnitt sind es in den anderen Monaten nur zehn. Doch zuletzt pendelte sich die Zahl der Neuzugänge wieder ein, und da das Tierheim auch viele seiner Schützlinge vermittelte, ist die Platzsituation momentan in Ordnung. Derzeit sind Weber und ihre Mitarbeiter für rund 60 Hunde, 108 Katzen und 298 Kleintiere zuständig.
Neben solchen Ärgernissen des Alltags hat sie bereits etliche Skurrilitäten im Tierheim erlebt – so waren Weber und Co. jeweils kurzfristig für ein Kamerunschaf und einen Emu zuständig. Der Laufvogel kehrte dann zu seinem Besitzer zurück, das Schaf, dessen Herkunft unbekannt blieb, lebt nun in einer kleinen Herde, die einer der Pflegerinnen gehört. Weber blickt in ihrer halbjährigen Zeit als Chefin freilich auch schon auf traurige Momente zurück, etwa den Tod des Dogo Argentinos (Argentinische Dogge) Cobra, den das Team mühsam aufgepäppelt hatte und der dann doch an einem Tumor starb.
Andererseits gab es Lichtblicke: Die eingangs erwähnten Katzenbabys etwa erfreuen sich trotz des schwierigen Starts bester Gesundheit. Zoe landete bei einem älteren Ehepaar, berichtet Weber. „Sie lebt da wie eine Prinzessin.“ Zola und die anfangs arg gefährdete Zippa (der Kümmerling) haben bei einer Tierheim-Mitarbeiterin ein neues Zuhause gefunden.
Allein: Die nächsten Tierkinder, die Asyl in Webers Wohnung suchen, sind wohl nur eine Frage der Zeit. Weber lebt dort mit vier Hunden – dem Galgo Heinrich („Er ist gefühlte 350 Jahre alt“) sowie drei jüngeren Galgo-Mischlingen – und zwei Katern. Die junge Frau, die ledig und kinderlos ist, hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Wenn ihr der Geräuschpegel („Man erkennt die einzelnen Hunde am Bellen“) und der Stress im Tierheim doch einmal zu viel werden, „nehme ich mir meine Hunde und geh’ mit ihnen in den Wald“. Selbst in der Freizeit – Tiere gehören bei Heike Weber einfach dazu.
Autor: Marco Puschner Quelle: NZ

